07 Dez

Cambridge Analytica. Oder wie man neue Werbemöglichkeiten erfindet.

7.12.2016      Welche Chancen haben Unternehmen, die das Verhalten von Menschen über die Schaltung von Werbung im Web (Adds)  – oder das „Injizieren“ von Kommentaren und Posts – mit ausreichender Wucht zu beeinflussen versuchen?

Als Data Scientist, Autor und Unternehmer interessiert mich dieses Thema aus professioneller Sicht. Und endlich gibt es einen Use Case dazu: Titel „Cambridge Analytica, Trump, Brexit und noch ganz viel mehr!“.

Hier die wichtigsten Ergebnisse.

In „Das Magazin“ erscheint am 3.12.2016 der folgende Artikel über Michal Kosinski, einen Data Scientist, der herausragende Grundlagenforschung betrieben hat.  https://www.dasmagazin.ch/2016/12/03/ich-habe-nur-gezeigt-dass-es-die-bombe-gibt/

Michal  Konsinski hat an der Cambridge University ein Verfahren entwickelt, wie man aus auch kurzen schriftlichen oder symbolischen Äusserungen von Personen auf die Persönlichkeit dieser Person schliessen kann. Diese Texte können unterschiedliche Quellen haben – und auch aus  dem Web (Bsp. Texte oder „Likes“ bei Facebook) bezogen werden. Das klingt wundersam und genial – und ist wie üblich mit einer sehr guten Idee, Fleiss und Forscherdrang umzusetzen.

Es empfiehlt sich, das Ergebnis der Forschungsarbeit im Web zu besuchen. Auf der Website https://applymagicsauce.com/demo.html kann man sich mit eigenen Texten versuchen. Zwischenergebnis nach meinen Recherchen: Das was die Cambridge UNIVERSITY (nicht die Firma!!) macht, ist wirklich fundiert und sehr interessant.

Forschen Sie selbst. Vielleicht mit mit eigenen Texten. Sie werden sehen – ein paar Zeilen eigenen Textes – und sie können „psychografiert“ werden. Vielleicht entdecken Sie auch den „Schwager Effekt“, von Statistikern „n=1“ Effekt genannt: Schwager Effekt:  Zu jeder Statistik findet man einen Schwager, auf den diese Statistik nicht zutrifft. Das „n=1“ bedeutet – der Schwager ist nur eine einzelne Person, und damit kein Beweis „gegen“ die Statistik, die wurde (hoffentlich) an einer repräsentativen Stichprobe erhoben.

Das bedeutet: Die Ergebnisse der Tests werden nicht  immer 100% zutreffend für Sie sein. Sie sind auch nur „n=1“ – also eine einzelne Person. Beim weiteren Erforschen der Seite bekommen Sie aber  Informationen, wie es zu diesem Instrument kam und wie exakt dieses messen kann. Beim Klicken der an den Indikatoren positionierten „?“  wird u.a. erklärt:  „The predictive model was built using a sample of 260,000 participants’ scores on the 100-item long International Personality Item Pool Questionnaire (IPIP), arguably the most popular personality assessment in use today“. Prediction Accuracy (Area Under the Curve) : Between .35 and .50″ (Anmerkung: perfekt wäre eine Güte von 1 = 100%ig richtige Vorhersage, ganz mies 0 = 0%).

Wie hat Herr Kosinski (und seine Kolleg*innen) das also gemacht? In einer Studie mit 260.000 Menschen werden Zusammenhangsmaße zwischen den Ergebnissen von psychologischen / psychiatrischen Tests (Big 5) und „anderen“ Variablen ermittelt. Ziel ist es,  die Fragen des wissenschaftlichen Tests „Big 5“ gar nicht mehr stellen zu müssen, sondern sogenannte „Proxies“ (Stellvertreter) zu finden, die hoch korrelieren. Statt 100 Fragen beantworten zu lassen,  braucht man nur noch diese Proxies (Bilder, Formulierungen, Likes) als Indikator. Dieses Verfahren wird auch bei der Entwicklung von Persönlichkeitstest genutzt, um handhabbare (z.B. kurze),  valide (genaue) und reliable (verlässliche) Messverfahren zu entwickeln.

Die Bildung von Proxies kann mit dem Verlust der Güte eines Test einhergehen – die Vorhersagegenauigkeit leidet. Aber: Wenn ich statt der 100 Fragen der Persönlichkeitstest nur die Anzahl der Likes auswerten muss, um z.B. Neurotizismus zu erkennen, geht’s schneller, man muss nicht Fragebogen ausfüllen lassen, es ist preiswerter. Aber halt nicht so genau.

Herr Kosinski zeigt auf, dass dies auch mit öffentlich zugänglichen Proxies geht: Diese Art der Äusserungen findet man man bei Facebook in jedem Profil. Nun, eine Vorhersagegenauigkeit von .35 bis .50  ist nicht sonderlich hoch, im wissenschaftlichen Sinne. Aber schon nutzbar, wenn man ansonsten nichts weiss über ein Gegenüber oder eine Person hinter einem Facebook Profil. Und, wenn man nichts weiss, aufgrund von Selbstauskünften wie Wohnort und Beziehungsstatus mit der Giesskanne Werbung ausschütten müsste.

Es wird so gut nutzbar sein, dass tatsächlich die ein oder andere Person gefunden wird, die von ihrer Persönlichkeitsstruktur für definierte politische Botschaften oder Produktwerbung aufgeschlossener ist.

Zwischenbemerkung – die sogenannten „Big 5“ zu nehmen, ist der richtige Ansatz: Alle anderen Persönlichkeits-Tests sind eher auf dem Mess-Niveau von Horoskopen. Siehe: http://databerata.de/anleitung-zum-wahrsagen/.

Die Firma Cambridge Analytica (CA) nutzt dieses Vorgehen kommerziell und posaunt: Wir haben nicht nur Trump gekrönt, sondern bereits dem „Brexit“ den Weg  bereitet.

Wie genau soll das gehen?

  1. Cambridge Analytica ermittelt „auf Vorrat“ Persönlichkeitsprofile aus Facebook Profilen
  2. CA bekommt den Auftrag, potentielle Trump-Wähler zu finden und zu beeinflussen
  3. Eine Analyse der Zielgruppe „potentielle Wähler von Trump“ hätte ergeben, dass diese eher zu einer selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung  neigen („… ist gekennzeichnet durch Gefühle von Anspannung und Besorgtheit, Unsicherheit und Minderwertigkeit. Es besteht eine andauernde Sehnsucht nach Zuneigung und Akzeptiertwerden, eine Überempfindlichkeit gegenüber Zurückweisung und Kritik mit eingeschränkter Beziehungsfähigkeit. Die betreffende Person neigt zur Überbetonung potentieller Gefahren oder Risiken alltäglicher Situationen bis zur Vermeidung bestimmter Aktivitäten.
    Quelle Wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/Selbstunsicher-vermeidende_Persönlichkeitsstörung vom 17.1.2017 11:05)
    .
  4. Cambridge Analytica  selektiert aus den gespeicherten Persönlichkeitsprofilen die zutreffenden Zielprofile (a la Kosinski)
  5. und postet auf deren Timeline in Facebook entsprechende Meldungen
  6. … und kann tatsächlich, nicht perfekt, aber ganz gut, Meinungen beeinflussen.

Beim genaueren Hinsehen entsprechen diese Schritte auch einem „traditionellen“, durch  Tracking und Tracing generierten Profiling von Zielpersonen im Web. „Personalisierte Werbung“ heisst der Fachbegriff.   Nur ist dieses Profiling meistens nicht so gut ….

Mit den Veröffentlichungen von und über Cambridge Analytica entstand eine Welle von Kommentaren, die wie einander zitierend sich zumindest an einem Wortspiel probierten: „Big Data – Big Schwindel“ wurde z.B.  am 6.12.16 die Meldungen in der WELT getitelt. Wobei diese nicht-Fach-Artikel mit wenig statistischer und analytischer Fachkenntnis aufwarten konnten.

Hat nun CA Trump auf den Thron geholfen? Dem Brexit zur Mehrheit verholfen? Ob das Schwindel war – das könnten exakte Analysen und Befragungen beantworten. Auf jeden Fall ist Cambridge Analytica ist ein echter PR Coup gelungen. Sehr lautstark krönen sie sich zu den Königsmachern. Und es stimmt: Ihre Werkzeuge greifen auf der Basis Psychografie besser, als es anderen Verfahren des Tracking und Tracing tun (die üblicherweise auf Grund einer Surf-Historie  einer Person ein „Profil“ zuweisen, um dann individuelle Werbung zu schalten).

Meine Meinung ist: Das Ziel von CA dürfte nicht der nächste Auftrag von der AfD oder Herrn Wilders sein, sondern Fuß zu fassen in der lukrativen Welt des Tracking und Tracing: Ein echter Clou! Kategorisiere psychografisch ein Facebookprofil auf Basis der Likes und Statements, spiele „passgenaue“ Werbung (Adds) hinzu, und revolutioniere den Markt der Online Werbung. Damit wäre CA ein idealer „Partner“ für Facebook, Google & Co..

TL; DR

Cambridge ANALYTICA nutzt eine fundierte wissenschaftliche Entwicklung der Cambridge University, um Personen zu „psychografieren“. Diese „Psychografien“ können genutzt werden, um leicht beeinflussbare Menschen zu finden um diese zu „informieren“.

Nutzbar ist dies sowohl für Politiker – aber eher noch für Werbetreibende. Das Big Business mit Big Data könnte erklären, warum Cambridge ANALYTICA so laut mögliche Erfolge rausposaunt.

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Stand der Informationen: 17-01-17

06 Okt

Marktforschung der Zukunft – Mensch oder Maschine?

„Marktforschung der Zukunft – Mensch oder Maschine?“
Die Herausgeber Bernhard Keller, Hans-Werner Klein und Stefan Tuschl haben erneut Autoren für ein Basiswerk der Zunft werben können.

 

978-3-658-12364-2_Cover_1.inddDas Buch liefert liefert Antworten. Fachlich, verständlich und mit Herzblut geschrieben teilen 19 renommierte Autoren ihre Visionen und Projekte für die „Marktforschung der Zukunft“.  Kommt es zum Showdown? Mensch oder Maschine?

„Marktforschung der Zukunft“ ist kein Roman. Obwohl die Gliederung der Inhalte sich fast so liest. Lassen Sie sich einladen, Marktforschung in der Zukunft zu erkunden. Dazu braucht es eine Kartografie, Leuchttürme und Wege, um dort hinzugelangen. Der vorliegende Band ist weder Dogma, noch vollständig, sondern wie der erste Band: Einladung zum Diskurs.

Der Inhalt:

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15 Okt

Predictive Analytics? Ich sehe was, was Du nicht siehst!

Ich sehe was, was Du nicht siehst? Predictive Analytics!

Von Hans-Werner Klein, Twenty54Labs (Erschienen am 15.10.2015 in: „Das ganz große Ding – Predictive Analytics / Big Data“ Marktforschung.de – Das Dossier)

Predictive Analytics von einem Marktforscher durchleuchten lassen, das hat schon was. „Predictive“ waren die meisten Produkt-Marktforschungen schon immer, gerade deshalb wurden sie schließlich gemacht: Unternehmen erstellen schließlich Geschäftspläne auf Basis von datenbasierten Prognosen.

Soziologische Analysen hatten auch zumeist die Idee, dass man Verhalten von Gruppen analysieren und vielleicht auch vorhersagen kann. Mit den größten Wert auf „Predictive Analytics“ legen politische Parteien – und schauen sich ganz genau an, wie welche Themen in der Bevölkerung zu einem Erfolg der Partei am Wahltag führen können. Vielleicht kann ich diesen Beitrag für das marktforschung.dossier mal anders angehen. Vielleicht aus der Ecke Literatur, Film, Kunst oder  literarisch-philosophisch? Weiterlesen

01 Jul

SEO ist Schmuck am Nachthemd!

SEO – Kann man das gut selber machen, wenn man weiss was man will?

„KLINGELTON“ Abheben. „Sind Sie damit unzufrieden, wie sie im Internet gefunden werden? Möchten Sie besser gefunden werden? Haben Sie von Kollegen gehört, die wirklich gut gefunden werden?“ Mein Angebot lautet:  nur für ….“ Aufgelegt. Von so einem Neunmalklugen lass ich mich kein schlechtes Gewissen machen!

NACHGEDACHT: Jetzt einfach mal das schlechte Gewissen der verpassten Chancen nutzen, und diese SEO Belästigung als Impuls verstehen. Um die eigene Seite mal wieder systematisch anzugucken.

Machen wir es  zusammen. Ich bin gerne Ihre graue Eminenz, die sie schon immer mal kenntnis- und hilfreich an Ihrer Seite haben wollten. Womit fangen wir an? Erst einmal mit Nachdenken. Aber keine Angst, wir gehen da mit Freude gemeinsam durch. Von wegen „Sie haben alleine keine Chance“! So gehen wir dann vor:

Das Drehbuch zur Site schreiben  Weiterlesen

12 Mrz

Kunden schneller verlieren: Keine Liebe, Anerkennung, Aufmerksamkeit

Ein guter Rat-Schlag! Kunden schneller verlieren: Keine Liebe, keine Anerkennung, keine Aufmerksamkeit geben. 

Lieben Sie Ihre Kunden? Also kennen sie ihn/sie genau, Vorlieben, Kommunikationswege, in welcher „Sprache der Liebe“ er oder sie angesprochen werden möchte?

Gary Chapman* hat für die Paartherapie ein einfaches und wirksames Modell entwickelt – auch zum selber ausprobieren im Privaten geeignet. Sein Bestseller:  „Die fünf Sprachen der Liebe“ führt folgende Wege zum Herzen auf:

  • Lob und Anerkennung (Lautet die Devise „Herzlichen Dank für Ihren Kauf“ oder „hahaa – wieder ein Dummer reingefallen!“)
  • Zeit zu zweit (kein 1.000 Leute Kundenevent, besser 1:1 Betreuung)
  • Geschenke, die von Herzen kommen (müssen nicht teuer, aber achtsam gewählt sein)
  • Hilfsbereitschaft (in der Not zeigen sich Freunde)
  • Die fünfte Sprache „Zärtlichkeit“ sehe ich in diesem geschäftlichen Umfeld nicht als Kanal.

Liebe – ist eine gewaltige Sache, nicht wahr? Weiterlesen

04 Mrz

Studie zur Belastung Alleinerziehender

Klaus Heywinkel ist „Zeitkünstler“ – das ist keine offizielle Berufsbezeichnung. Aber es beschreibt sehr gut die Dienstleistungen, die er anbietet.

„Hatten Sie in den letzten 4 Wochen ausreichend Zeit für sich?”

Sinngemäß hat das statistische Bundesamt diese Frage 2014 in Haushalten gestellt – als eine von vielen Frage für die Erhebung unter dem Titel “Zeitverwendung”.

Klaus Heywinkel als Zeitkünstler wollte es detaillierter wissen: Was genau sind für Alleinerziehende die wichtigenThemen beim Umgang mit Zeit?

Wie gelingt es Alleinerziehenden z.B., Zeit für ihre berufliche Weiterentwicklung zu finden? Oder ihre Batterien wieder aufzuladen?

Um dies und noch viel mehr zu erfahren wurde von mir der Online-Fragebogen zur Studie entwickelt.

Die Ergebnisse der Studie von Klaus Heywinkel finden Sie hier. 

07 Jan

Verbrechen gegen die Menschlichkeit?

Gute Vorsätze umsetzen, Gute Umsätze generieren. Sehr Lesenswert.

Nehmen Sie ihr Web-Business wirklich ernst? Machen Sie etwas ausser Traffik bei Google kaufen? Was – Sie kaufen sogar bei „Traffik-Generatoren„? Puh, und investieren auch in Affiliate. Aha. Sind Sie auch sonst mutig? Ich meine, haben Sie echte Zahlen, was das alles bringt?Ob Sie nicht sogar vielleicht übervorteilt werden?

Was ich meine? Lesen Sie den Artikel von Avinash Kaushik (Leuchtturm und Macher im Bereich Webanalyse). Oder nehmen Sie direkt Kontakt zu mir auf. Schliesslich habe ich über 10 Jahre erfolgreich WebAnalyse bei der Telekom eingeführt und betrieben. Und weiss was Sie wissen sollten. Ich erstelle gerne praktikabel und effizient Ihre WebAnalyse inkl. Betrugsabwehr. Reden wir miteinander.

Hier der Link zu meinem Angebot 2015.

Hier der Link zu Avinash Kaushiks Artikel, von diesem stammt auch der etwas „laute“ Titel: „Digital Marketing Analysis Crimes against Humanity“ http://www.kaushik.net/avinash/digital-marketing-analytics-crimes-against-humanity/

 

10 Sep

Lara gesteht. Urmel war bezahlt. DataKrimi II

Was bisher geschah: Lara, eine Schauspielerin aus Lübeck hat ihr erstes Engagement in ihrer Heimatstadt. Eine freie Bühne hat ihr die Hauptrolle in einem Krimi angeboten.

Statt eines Textbuches findet sie einen 3-seitiges Papier, in der sie als Lara die Rolle in einem verwirrenden Krimifragment spielt, in der Post. Lara wird im Anschreiben gebeten, das Drehbuch weiterzuschreiben. Sie bittet einen befreundeten Datenspezialisten, die Geschichte zu entwirren. Das Textbuch wird als „bereinigtes Fragment“ im Blog des DataBerata veröffentlicht.

Eine eher unübliche Voranalyse einer Datenanalysen beginnt. Wenn Daten bereits vorliegen, sollte „Data-Cleansing“ – also das Reinigen der Daten eine gute Idee sein, um mit wenig Beifang in die Arbeit zu gehen. Dazu werden gebraucht: Faktenrecherche und Tools wie das TextMining (also semantische Analysen).

Was sind die Fakten?DSCF7306

Zeit?
Friedensdemo: Die Friedensdemonstration hat am Holstentor am 11.8.von 11-14 Uhr stattgefunden.
Wetterbedingungen: Es gab ein Unwetter mit Nacht am Tag am 11.8. gegen 15:30
Datum und Uhrzeit, an dem das Script spielt, lassen sich genau nachvollziehen.

Orte?
Die angegebenen Orte sind real – tatsächlich findet man die angegebenen Plätze:
Das Theaterpuppen-Museum gibt es, an einer Ecke baumelt ein Drachen an einer Kette.
An dem Museum führt eine Einbahnstraße entlang, die gepflastert ist.
Auch Details sind stimmig: Auf dem Weg vom Holstentor zum Museum sind Schuhläden, die wie immer einen rechten Schuh nach draußen stellen, zum schnellen Anprobieren.
Das Schwimmbad an der Waknitz ist existent. Seit 1922 oder länger.

Ereignisse?
Todesfall an dem fraglichen Tag: Recherche bei den Einsatzkräften ergibt, es gab keinen Einsatz von Polizei oder Rettung in der Nähe des Museums
Es wurde kein Bestatter beauftragt.
Bisher wurde keine Leiche, auf die die Beschreibung zutrifft, im Wasser oder auf Land gefunden.
Der Drache hängt (immer noch / wieder) an seinem Platz. Die Frage nach einem „Fall“ wurde nervös mit „nein, nein!“ beantwortet. Beschädigungen des Drachens sind auch mit Teleobjektiv nicht auszumachen).

Was macht Lara daraus?

Ein Drehbuch eines Lübeck Krimis – demnächst in der Freien Bühne zu sehen. Sie hat den Drachen dafür engagiert, oder besser: eine Kopie. Für Urmel musste sie zahlen!

Was hat das mit DataBeratung zu tun?

Eine Menge – oft sind Aufträge oder Ausschreibungen wie ein DataKrimi verschlüsselt. Fakten müssen geprüft werden, Zusammenhänge entschlüsselt, Hintergründe recherchiert werden. Daten sollten erst einmal geprüft und bereinigt werden, damit man „an die Schätze kommt“ und nicht von Verpackung und Merkwürdigkeiten abgelenkt wird. Data Cleansing entwickelt sich immer mehr zu einer unabdingbaren Voraussetzung, bevor Complex & Large Scale Data (unzureichend Big Data genannt) analysiert werden können.

Dazu gehört neben neuester Technologie (Semantik, Multivariate Verfahren – die ein DataBerata nutzen sollte) auch Expertenwissen. Also das Know How der Auftraggeber, die Kenntnis in den Fachbereichen.

Gibt’s noch einen DataKrimi?

Ja – ich freue mich auf meinen DataKrimi aus Würzburg. Diesmal helfen Zahlen einen besonders merkwürdigen Fall aufzuklären.DSCF7516

24 Jun

Wer wissen will, muss leiden

Marktforschung kann manchmal schmerzhaft sein.

 

Marktforschung ist schön – macht Spass. Bringt uns Wissen und neue Erkenntnisse. Ist nützlich, sehr sogar. Hilft, Fehlentscheidungen zu vermeiden.

Nerv, Nerv, Nerv!

Aber ehrlich: Wir Marktforscher können Kunden ganz schön nerven: Als erstes stellen wir Marktforscher Fragen an den Auftraggeber, wollen ge“briefed“ werden. Lassen im Sinne der Sache nicht locker herauszufinden, was wir herausfinden sollen. Nicht genug, dann besprechen wir mit dem Kunden auch noch geeignete Instrumente, korrigieren seine Formulierungen und eigene Versuche, Fragen in „Fragen“ zu giessen.

 Die Feldzeit beginnt! Und Auswertung – wie fein! Weiterlesen

18 Jun

Global Pulse – Big Data Analytics für Projekte der UN

United Nations Global Pulse

Wie schafft es die UN, ein Monitoring in Echtzeit hinzubekommen, um bei sich anbahnenden lokalen oder globalen sozio-ökonomischen Krisen sehr schnell und effizient einen Überblick zu verschaffen, möglichst schon Krisen im Entstehen zu bemerken um dann früher über Massnahmen entscheiden zu können?

„Big Data“ könnte helfen: Die UN wird dies mit der Auswertung „Digitaler Quellen“ erreichen – das sind Nachrichten, Tweets, Sensorik, öffentliche Datenquellen. Geeignete Verfahren aus dem Umfeld Big Data können diese riesigen Datenmengen analysieren und mit der Expertise von Fachleuten als Informationspool mit Warnfunktionen bereitstellen.

Zur Zeit gibt es Global Pulse Labs in New York, Jakarta und Kampala. 

Ein wichtiges Projekt, dass helfen kann, die Welt für viele einen angenehmeren Ort zu machen.

Hier geht es zur Global Pulse Website der UN: Weiter

 

22 Jun

Jede Münze hat drei Seiten. Mindestens!

Manche Weisheiten begleiten ein Leben lang.

Mein Statistik/Empirie-Prof gab uns mit: „Seid misstrauisch bei Offensichtlichem. Wenn euch zu einer  Korrelation nicht mindestens drei Erklärungen einfallen, wechselt den Beruf!“. Eine Übung, um darin fit zu bleiben, ist das Querdenken.

Das geht immer und überall – jeder Ort hat Übungsobjekte!  Weiterlesen

20 Jun

Das Gerücht in der Menge

Ach – schon so lange her, dass Jay Leno scharfzüngig und hinterlistig wie immer formulierte:  “We wanted a president that listens to all Americans – Now we have one”.

Es ist recht einfach, zu den Enthüllungen über die gigantische Überwachungsmaschinerie der USA eine Meinung zu haben. Besonders, wenn diese Meinung „wohlfeil“ ist, und sich in einer fundamentalen Empörung über diese Unverschämtheit oder einem Unverständnis über diese Empörung im schwarz/weiß verliert.

Und dann auch noch das Baby Big Data mit der Wanne Big Brother ausgeschüttet wird. Aber der Reihe nach.

… bau ’ne Maschine für uns

Die Maschine soll rausfinden, ob von Einzelnen oder Gruppen von Menschen eine Gefahr für Einzelne, Gruppen oder das Staatswesen ausgeht. Wir suchen: potentielle Terroristen. Weiterlesen

27 Mai

Störche, Big Data und Lehrer Bömmel

This Is The Beginning!

Jetzt scheint das Thema Big Data endgültig „kommunikabel“ zu sein: Der Titel im SPIEGEL 20/2013 lässt Big Data als gelungene Melange aus CSI, dem Orakel von Delphi und den römischen Auguren vergären. Fazit: Wir Menschen werden vorhersehbar  – weil berechenbar. Ergebnis: Verbrechen werden verhindert, Käufern werden die Wünsche aus den Daten ablesen. Na gut – eine Prise Kritik am System, das den Menschen gläsern werden lässt, ist auch enthalten. Meine Meinung dazu: Der Artikel weckt Interesse und Erstaunen – läßt aber Tiefe vermissen und ist sehr beschreibend.

Dann mach’s doch besser!

Die 100.000€-Frage: „Big Data – brauchen wir es auch?“ Stellen Sie die Frage doch jemandem, der sich auskennt. Vielleicht Ihrem Marktforscher, dem BI-Spezialisten, Ihrem Marketing  – oder dem Controlling. Die Antworten reichen voraussichtlich über die gesamte Palette:  „Ja!“ „Nein!“ „Vielleicht!?“.

OK, fragen sie uns, die Analysten, die Spezialisten. Wir haben den Status der Ratlosigkeit meist schon überwunden und fragen präziser nach. Denn: Aufklärung ist gefragt.

Dem Buzz-Word auf der Spur

Big Data bedeutet eigentlich nur, dass man sehr viele Daten gesammelt hat, dass man sich derer mit Methoden des exzessiven Data-Mining nähert. Oder einfacher:

Man sucht irgendwas im Heuhaufen. Das können Nadeln, Münzen, Werkzeug, ein Nugget oder auch eine Schatzkarte sein. Findet irgend welche Muster. Das ist der erste Schritt. Weiterlesen

27 Mrz

Wenn unsere Aufmerksamkeit blinzelt

Wenn unsere Aufmerksamkeit blinzelt.
von Dirk W. Eilert, Eilert Akademie, Berlin

Vielen Dank, Dirk, für diesen Big Data Beitrag der anderen Art.

Einleitung
Die Analyse von „Big Data“ ist für unser Gehirn eine alltägliche Übung – über 1 GB an Informationen erreichen all‘ unsere Sinne in jeder Sekunde. Dass wir damit zu Recht kommen, verdanken wir einem meistens perfekten Zusammenspiel von limbischen System und frontalem Kortex – oder: Intuition und Denken. Und wir können unsere Filter trainieren und neu konfigurieren.

Dirk W. Eilert
Es gibt in der Forschung Hinweise darauf, dass Menschen, die regelmäßig meditieren, Mikroexpressionen besser erkennen. Und das auch, wenn sie nie ein spezielles Training zur Mikroexpressionserkennung absolviert haben. Woran genau das liegt, hat die Wissenschaft noch nicht rausgefunden. Zwei Vermutungen liegen nah. Der bekannte deutsche Neurophysiologe Wolf Singer sagt dazu: „Es ist noch unklar, ob Meditationsgeübte die Mikroexpressionen besser wahrnehmen, weil sie einen reduzierten attentional blink haben oder weil sie die Kontrolle von Emotionen besonders trainiert haben.“ (den kompletten Beitrag von Wolf Singer finden Sie hier)

Der attentional blink (deutsch: Aufmerksamkeitsblinzeln) ist ein Phänomen der Kognitionspsychologie. Dabei Weiterlesen

26 Mrz

Nochmal: Deutschland braucht Eier!

Deutschland braucht Eier! Marktforschung kehrt auf den Boden der Realität zurück

Lesen, denken, handeln! Verlinkung zu Marktforschung.de, denn dort hat Dr. Daniel Salber hat eine Kolumne geschrieben, die Pfefferminz ins Hirn bringt und die mit welken Blättern bedeckten Schamzonen der Mafo-Zunft zum Frühling einlädt:

Zitat: „Blickte ein Psychologe auf die geistige Situation der Zunft, müsste das Ergebnis mit den Worten „manisch-depressiv“ beschrieben werden. Auf der einen Seite spirituelle Erwartungen an gigantische Datenflüsse rund um den Globus und die Hoffnung, nach dem 1000. Marmeladen-Test endlich „gesellschaftliche Innovationen“ anstoßen zu dürfen. Auf der anderen Seite lässt sich die Branche von Google die Butter vom Brot nehmen. Beschwörungen der „Qualität“ klingen wie das Pfeifen im Walde. Wenn Marktforschung = Datensammeln ist, können das die „Multis“ in der Tat besser“. Zitat Ende.

Und es geht in diesem Tempo und Ductus weiter.

Das ist ein echter Aufruf zum Nachdenken, Aufatmen, sich zu besinnen und dann mit frischer Kraft (und notfalls gestrafften Hosenträgern) wirklich beizutragen.

Selten so einen vernichtend ermutigenden Beitrag in letzter Zeit gelesen.

Und bald ist Ostern!

25 Mrz

Size doesn’t matter, Mr. Big

Big Data – warum eigentlich nicht?!
The bigger the better! Steckt nicht in „Größe“ ein Vorteil in der Datenanalyse?

Erst einmal – wir sind hier nicht an der Frittenbude, wo wir einen Double-Cheese-Tripple-Salad Monster Big Burger bestellen und wirklich mehr bekommen – sondern im Bereich der Datenanalyse.  Wir wissen zwar oder ahnen – irgendwo in den Terrabyte an Daten, da steckt was. Wissen über das Unternehmen, Prozesse, Marketing, Kunden, Vertrieb, unsere Produkte.

Aber was genau ist drin in der Wundertüte? Und, genau: Was hat BIG damit zu tun? Es ist nicht alles das gleiche, was „Big“ genannt wird. Groß werden Datenmengen,

  1. wenn man nicht genau drauf achtet, was man alles sammelt,
  2. wenn’s passiert ist, und Daten sich über die Zeit angehäuft haben, Weiterlesen
22 Mrz

Wir brauchen mehr Emotionen! …oder vielleicht doch mehr Fakten?

Es folgt ein einfache Aufgabe. Eine erfrischende Mischung zwischen Bullshit-Bingo und Persönlichkeitstest.

Im folgenden finden Sie allgemeine Aussagen, die jeder von uns in Arbeitszusammenhängen schon mal gehört hat. Wenn Sie sich an die letzten zwei Wochen erinnern – welche der Aussagen haben Sie da noch nicht gehört oder gelesen? Bitte merken Sie sich die Ziffer(n) der Aussage(n), die Sie seit 14 Tagen nicht gehört  haben. Weiterlesen

15 Jan

Studie zeigt: Wie eine gute Suche Ihre Kunden zufriedener macht.

Es klingt eigentlich schon überzeugend: Setzen Sie auf Ihrer Website eine „gute Suche“ ein, das macht diese informativer und attraktiver.

Aber ist das wirklich so? Und vor allem – was ist eine „gute Suche“? 

Art Divine, ein Pionier im Bereich der semantischen Suche, wollte es genauer wissen. Zusammen mit Prof. Dr. Thomas Wirth von der Dualen Hochschule Baden Württemberg hat das Bonner Unternehmen eine Studie durchgeführt, in der die Qualität der Antworten auf Suchanfragen auf Websites beurteilt wurden.

Die Beurteiler hatten eine Liste von üblichen Suchanfragen, nichts exotisches. Die Weiterlesen

26 Dez

Bitte Zahlen! Vortrag auf der ON Web Convention 2013

Online Medien erfüllen den Traum vieler Menschen auf Fern-Wirksamkeit: Ich erziele eine Wirkung bei bekannten oder fremden Menschen, indem ich bewusst Mittel der Gestaltung von Text, Bild, Tönen einsetze.

Anders als bei Filmen oder Printmedien kann ich dazu noch in Interaktion mit Menschen treten, sie zu Handlungen auffordern, überraschen, langweilen, Erwartungen interaktiv erfüllen oder enttäuschen.

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18 Dez

Jetzt versteht einer die Kunden. Besser.

Es war einmal vor gar nicht langer Zeit bei der Art-Divine GmbH in Bonn.

Ein namhafter Online-Händler hatte festgestellt, dass Kunden sich in seinem zugegebenermaßen umfangreichen Hilfebereich nicht zurechtfanden. Dies führte zu unnötig vielen Kundenanfragen per Telefon und e-mail, also auf den kostspieligen Kontaktkanälen. Die Neugestaltung des Hilfebereichs und insbesondere die Informations-Architektur sollten konsequent an den Kundenanliegen ausgerichtet werden.

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17 Dez

Wie Sie wahrscheinlich einen 6er im Lotto haben werden (inkl. 2er Tipps)

In „meiner“ Wissenschaft, der Statistik, gibt es den wundersamen Begriff der Wahrscheinlichkeit. Der umgangssprachliche Begriff „wahrscheinlich“ (der Sie vielleicht diesen Artikel lesen machte, stimmst?) meint oftmals „eher, ziemlich sicher, bestimmt“. „Wahrscheinlich sehen wir uns Weihnachten mit der Familie“ bedeutet zumindest hier im Raum Bonn: Eine Torte mehr backen.

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13 Dez

Klare Empfehlung: Weihnachtslektüre

Kennen Sie Herrn Rolf Dobelli? Ich mag seine Bücher (Kunst des klaren Denkens; Kunst des klaren Handelns), die nach Lektüre und vor allen Dingen bei Änderung des Verhaltens das Reintappen in so manche Falle verhindern können.

Häufig zitiert Rolf Dobelli den Nobelpreisträger David Kahneman. In seinem Buch „Schnelles Denken, langsames Denken“ legte er die Grundlagen für eine gesamtheitliche Sicht auf die Prämissen unseres Handelns: Ist es Intuition vs. Nachdenken? Oder Intuition und Nachdenken?

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11 Dez

Stichproben in der Weihnachtsbäckerei

Was verstehen Sie unter „repräsentativ“? Eine Villa in Grunewald? Das weitläufige Landgut in der Provence? Eine Form der Monarchie?

Statistiker nutzen diesen Begriff auch.  Auch wenn sie nicht zu Wohlstand oder Reichtum gekommen sind – nur sind es bei ihnen die „repräsentativen Stichproben“, die erwähnt werden.

Repräsentativ – damit ist nicht gemeint, mit einer goldenen Stricknadel den Dresdner Stollen im Ofen zu überprüfen, ob er schon fertig gebacken ist, oder noch Teig an der Nadel klebt.

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09 Dez

Complexigence

Guten Tag,

das ist ja ein komplexes Wort, oder? Complexigence? Erst mal – es ist ein Kofferwort, so heissen diese Wörter bei den Sprachwissenschaftlern. Oder auch Portmanteau. Es besteht aus mindestens zwei Teilwörtern. Und Complexigence besteht aus „Complexity“ & „Intelligence“.

Aber was ist es? Klingt eher nach Jazz, Miles Davis. Oder der neue Name eines alten Unternehmens, aus dem wissenschaftlichen Verlagswesen?

Ist aber der Titel eines Buches der Herausgeber Alexander Haasper und Carsten Fabig. Die auch den genialen Titel erfunden haben. In 2 Jahren ist das Wort mit einem (R) versehen und findet sich im Duden, wetten?

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