04 Okt

Angst, Flucht, Angriff: Tote Mutter, Waise, Helden

Ich sitze gerade an einem etwas schwierigeren Kapitel, wie der Umgang mit datenbasierten Informationen erleichtert werden kann, recherchiere, als ich die Nachricht lese.

Mutter in Washington von Polizei erschossen. Verhielt sich verdächtig. Ich lese weiter, recherchiere, lese benachbarte Artikel.

Ich denke nach. Auf einem Zettel eine Collage meiner Gedanken:

Ein US Senator spricht aus: Die USA ist im Krieg. Gegen wen? Gegen das eigene Volk? Für was oder wen?

Krieg macht Angst. Krieg macht keine Helden, sondern nur Opfer. Krieg bringt willentlich Menschen in Situationen, andere umzubringen. Aus Angst. Kriege sind gewollt, werden geführt, jemand hat etwas vom Krieg: Macht, Geld, Erfüllung eigener Psychopathien. Zerstörungswut. 

Nochmal, bitte, ich glaube es nicht: Eine Mutter fährt mit einem 1jährigen Kind auf dem Rücksitz ihres Luxusfahrzeugs unbewaffnet in eine restricted area. Das macht den schwerbewaffneten trainierten Polizisten Angst.

Sie wird bedrängt. Das macht ihr Angst.

Reaktionsmöglichkeiten auf Angst sind Flucht, Angriff, tot stellen.  Die USA ist im Krieg. Sie ist unbewaffnet. Sie greift nicht an. Stellt sich nicht tot.

Sie flieht also.  Aus Angst.

Das macht den Polizisten Angst. Aber sie sind mutig, haben Waffen. Sie greifen an. Die Mutter wird tot geschossen. Ihr Baby weint im Auto. Es kann nicht fliehen, nicht angreifen. Wird in ein Krankenhaus gebracht.

Ein Polizeioberst sagt: Unsere Polizei hat sich heldenhaft verhalten.

Wieder dieser Hinweis auf Helden, Krieg, Krieg im eigenen Land. Auf Angst. Angst macht dumm. Angst schaltet unseren Neocortex aus, unser Gehirn wird auf „vorwärts, stopp, rückwärts“ reduziert. Keine Ideen, keine Phantasie, keine Liebe, keine Gnade, kein Mensch-sein mehr.

Angst macht Opfer. Angst macht keine Helden!

Zwischengedanke, Zitat aus Bert Brechts „Leben des Galileo Galilei“:
Andrea: „Unglücklich das Land, das keine Helden hat.“
Galilei: „Unglücklich das Land, das Helden nötig hat.“

In Washington halten 50 Rechtsradikale die USA in Geiselhaft. Bringen das öffentliche Leben zum erliegen.  Richten größeren Schade an als die Stürme „Katrina“ und „Sandy“ zusammen. Gefährden die Weltökonomie. Krieg gegen „Obamacare“.

Immer wieder dieser Krieg gegen was auch immer: Michael Hayden (Ex CIA Chef) fabuliert vor geladenen Gästen davon, Snowden für die „kill list“ nominieren zu wollen. Gelächter im Publikum. Und eine Korrektur. Unter Obama heisst die Liste der Vogelfreien jetzt „disposition matrix“.

Ich bin momentan ratlos. Muss erst noch mal weiterdenken. Wer noch?

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